Es werden an dieser Stelle die am häufigsten gestellten Aufträge dargestellt, sodass Sie die entsprechenden Abläufe innerhalb des Zwangsvollstreckungsverfahrens nachvollziehen können.

Weisungen des Gläubigers hat der Gerichtsvollzieher insoweit zu berücksichtigen, als sie mit den Gesetzen oder der Geschäftsanweisung nicht in Widerspruch stehen.

Auftrag zur isolierten gütlichen Erledigung der Sache

In diesem Falle wird der zuständige Gerichtsvollzieher persönlich oder auf dem Postwege Kontakt zum Schuldner aufnehmen, um ihn zur freiwilligen Leistung aufzufordern. In diesem Falle kommt es zu keiner weiteren Vollstreckungsmaßnahme. Kann mit dem Schuldner keine gütliche Erledigung erzielt werden, sendet der Gerichtsvollzieher die Vollstreckungsunterlagen unter Kostenerhebung an den Gläubiger zurück.

Pfändungsauftrag

Zu Beginn der Zwangsvollstreckung fordert der Gerichtsvollzieher den Schuldner zur freiwilligen Leistung auf, sofern er ihn antrifft. Kann der Schuldner keine Zahlungen leisten oder wird nicht glaubhaft dargelegt, dass die Forderung innerhalb eines bestimmten Zeitraums getilgt werden kann, ist der Gerichtsvollzieher befugt, die Wohnung und die Behältnisse des Schuldners zu durchsuchen, wenn dieser in die Durchsuchung einwilligt.

Der Pfändung unterliegen diejenigen beweglichen Sachen des Schuldners, die sich in seinem Gewahrsam befinden. Während des durchzuführenden Pfändungsverfahrens hat der Gerichtsvollzieher stets Pfändungsbeschränkungen oder Pfändungsverbote zu beachten.

Gestattet der Schuldner die Durchsuchung nicht, so ist er vom Gerichtsvollzieher nach den Gründen zu befragen, die er gegen eine Durchsuchung geltend machen will. Seine Erklärungen werden sodann ihrem wesentlichen Inhalt nach im Protokoll festgehalten. Das Pfändungsverfahren muss sodann an dieser Stelle vorläufig eingestellt werden. Es ist nun die Sache des Gläubigers, eine richterliche Durchsuchungsanordnung zu erwirken. Die Durchsuchungsanordnung erteilt der Richter bei dem Amtsgericht, in dessen Bezirk die Durchsuchung erfolgen soll. Die Durchsuchungsanordnung ermächtigt sodann den Gerichtsvollzieher, die Wohnung des Schuldners gewaltsam öffnen zu lassen, um diese nach pfändbaren Gegenständen zu durchsuchen. Personen, die gemeinsam mit dem Schuldner die Wohnung bewohnen, haben die Durchsuchung zu dulden, wenn diese gegen den Schuldner zulässig ist.

Abnahme der Vermögensauskunft

Liegt ein entsprechender Antrag des Gläubigers zur Abnahme der Vermögensauskunft beim Schuldner vor, prüft der Gerichtsvollzieher vorab, ob der Schuldner innerhalb der letzten 2 Jahre bereits die Vermögensauskunft abgegeben hat. Ist dies der Fall, so übersendet er dem Gläubiger einen Abdruck dieser Vermögensauskunft nebst Schuldtitel und unterrichtet den Schuldner hierüber sogleich durch Zustellung der Eintragungsanordnung.

Hat der Schuldner die Vermögensauskunft innerhalb der letzten 2 Jahre nicht abgegeben, so wird der Gerichtsvollzieher den Schuldner zur Abgabe der Vermögensauskunft vorladen. Dies geschieht durch persönliche oder postalische Zustellung. Zwischen der persönlichen Zustellung und der Zustellung durch die Post hat der Gerichtsvollzieher nach pflichtgemäßem Ermessen die Wahl.

Primäres Ziel des Gläubigers bei dieser Auftragsart ist, eine Übersicht über die Einkommens- und Vermögensverhältnisse des Schuldners zu erlangen, um prüfen zu können, ob eine Befriedigung hieraus möglich ist. Aufgrund der durch den Schuldner getätigten Angaben können sodann u.a. Lohn- oder Kontenpfändungen durch den Gläubiger veranlasst werden.

Verhaftungsantrag

Kommt der Schuldner seiner Pflicht zur Abgabe der Vermögensauskunft nicht nach, so kann das Gericht auf Antrag des Gläubigers einen Haftbefehl erlassen, um vom Schuldner die Abgabe der Vermögensauskunft zu erzwingen. Falls der Schuldner die Abgabe der Vermögensauskunft auch weiterhin verweigert, wird er in die nächste zur Aufnahme von Zivilhäftlingen bestimmte Justizvollzugsanstalt eingeliefert.

Einholung von Auskünften Dritter gemäß § 802 l ZPO

Der Gläubiger kann den Gerichtsvollzieher beauftragen, gemäß § 802 l ZPO bei Dritten Auskünfte zu Vermögensgegenständen des Schuldners einzuholen, wenn der Schuldner seiner Pflicht zur Abgabe der Vermögensauskunft nicht nachkommt oder eine vollständige Befriedigung des Gläubigers bei der Vollstreckung in die im Vermögensverzeichnis aufgeführten Gegenstände nach pflichtgemäßem Ermessen des Gerichtsvollziehers nicht zu erwarten ist. Liegen dem Gerichtsvollzieher sodann die entsprechenden Auskünfte vor, wird der Gläubiger unverzüglich über die zur Vollstreckung notwendigen Auskünfte informiert. Der Schuldner wird innerhalb von vier Wochen nach Erhalt des Ergebnisses über die Einholung und Weiterleitung informiert, um etwaige Vollstreckungshandlungen durch den Gläubiger in der Zwischenzeit nicht zu gefährden.

Kosten

Grundsätzlich werden die entstehenden Kosten beim Schuldner erhoben. Kann der Schuldner jedoch keine Zahlungen leisten, so ist der Gläubiger der Kostenschuldner.

Nun kommt es auf verschiedene Faktoren an, welche Kosten für den entsprechenden Auftrag konkret entstehen können. Aus diesem Grund können keine konkreten Zahlen angegeben werden.

Die Erhebung der Kosten richtet sich allgemein nach den Bestimmungen des Gerichtsvollzieherkostengesetzes (GvKostG).